Einleitung
Diese unter der GPL* veröffentlichte Anleitung beschreibt anhand eines Beispiels, wie man professionell eine Lochrasterplatine lötet. Als Beispiel dient eine Lochrasterplatine mit einem Mikrocontroller vom Typ ATTiny12. Der Stromlaufplan sieht wie folgt aus:
Erstellung eines Layouts
Die erste Aufgabe besteht grundsätzlich darin, ein Layout vom Stromlaufplan zu erstellen. Dies kann entweder mit einer Software oder per Hand auf kariertem Papier geschehen. Beim Erstellen des Layouts ist darauf zu achten, dass die physikalischen Gegebenheiten wie Bauteileabmessungen, Rastermaß, Bohrungen oder Gehäuseabmessungen berücksichtigt werden.
Regeln für das Layout
Wie auf der unteren Abbildung zu erkennen ist, gibt es in diesem Fall keine Diagonalverbindungen. Dies ist beim Layout wünschenswert, allerdings nicht immer möglich. Diagonale Verbindungen können durchaus gelegt werden, siehe dazu die Hinweise beim Löten. Da man das Layout nur auf einer Seite gestalten kann, werden gerade Brücken verwendet, um zwei nicht direkt erreichbare Leiterbahnen zu verbinden. Bei der Anwendung einer Software für das Layout heißt das: Bei Brücken wird der TOP-Layer verwendet.
Das folgende Bild zeigt das Layout, in diesem Fall soll die Platine an den Ecken mit Schrauben und Abstandsbolzen befestigt werden:
Layout – Ansicht von unten (Gespiegelt zum Bestückungsplan)
Die Ansicht für das Layout ist von unten, d.h., dass die Brücken nicht dargestellt werden (siehe Layout). Jeder Kreuzungspunkt des Rasters stellt ein Lötauge dar. Die folgende Abbildung zeigt den Bestückungsplan für das obige Layout, welcher ebenfalls vor dem Löten erstellt wird.
Werkzeuge
Bevor man nun zum Lötkolben greift, sollten folgende Werkzeuge verfügbar sein:
1)Ein guter Fein-Seitenschneider
2)Zwei kleine Zangen
3)Kleiner Schraubendreher
4)Verzinnter Cu-Draht, Ø0,3 oder Ø0,4mm für Leiterbahnen; Ø0,5mm für Brücken; bei hohen Strömen dickerer Draht für Leiterbahnen notwendig
5)Kleine Säge, falls Aussparungen notwendig sind
6)Passende Bohrer und Kleinbohrmaschine oder Handbohrer
7)Lötkolben, 50W
8)Lötzinn
9)Abbiegevorrichtung für Widerstände, Dioden und Kondensatoren
10) Kleiner Feilensatz
11) Alte Zahnbürste
12) Spiritus, Fettlöser und Lötlack
Bleifrei löten ja oder nein
Auch wenn hier die Meinungen vielleicht auseinander gehen: Im Hobbybereich braucht man nicht mit bleifreien Lot zu arbeiten, da es sich um keine kommerziellen Massenprodukte handelt. Wer es dennoch probieren will, sollte sich folgender Dinge bewußt sein:
1)Bleifreies Lot gibt es in zwei Ausführungen: mit und ohne Kupferanteil. Welches man verwendet, ist Geschmackssache.
2)Der Schmelzpunkt liegt höher als bei verbleitem Lötzinn, eventuell ist ein neuer Lötkolben anzuschaffen, möglichst mit Temperaturregelung.
3)Selbst gut gelötete Lötstellen sind stumpf und sehen aus wie kalte Lötstellen.
4)Nachlöten einer Lötstelle nur schwer möglich (viel Hitze notwendig).
5)Das Flussmittel läßt bei den derzeitigen Loten auf dem Markt stark zu Wünschen übrig.
6)Bleifreies Lot ist erheblich teurer, Beispiel: 1000g Sn60 Pb40 bleihaltiges Lot kosten derzeit 15 - 20.- €, bleifreies Lot kostet ca. 40 – 65 €.
Erste Schritte
Der erste Schritt besteht darin, dass man die Lochrasterplatine entsprechend dem Layout zuschneidet und sämtliche Bohrungen oder Ausfräsungen herstellt.
Die untere Abbildung zeigt dies für das Mikrocontrollerboard:
Anschließend wird die Leiterplatte sorgfältig entgratet und gereinigt. Man kann durchaus eine etwas alte und verschmutzte Lochrasterplatine verwenden, man sollte aber vor dem Löten diese immer sorgfältig säubern. Dazu nimmt man am besten Spiritus und/oder Fettlöser und eine alte Zahnbürste, damit lässt sich in der Regel die Lochrasterplatine reinigen. Bei sehr verschmutzen Stellen kann man auch vorsichtig die Leiterplatte mit feinem Schmirgelpapier beschleifen. Wenn nun alles sauber ist, wird diese mit Lötlack eingesprüht. Aber nicht zu viel! Dies hat zwei Vorteile: Erstens lässt sich die Platine besser löten, und zweitens ist sie außerdem durch den Lack gegen Korrosion geschützt. Die beiden nächsten Bilder zeigen die Platine vor und nach der Reinigung, welch ein Unterschied: