Ing.-Büro Bernhard Redemann
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Löten von Lochraster-
platinen (2)    (1)   (3)

Das Löten
Nachdem nun alle Vorbereitungen getroffen wurden, wird ein Stück (ca. 50cm) von der Drahtrolle (Ø 0,3 / 0,4mm oder für die Brücken Ø0,5mm) abgeschnitten. Da der Draht oftmals ziemlich verbogen ist, wird er zunächst mit den beiden Zangen geradegezogen:



Hierbei ist zu beachten, dass der Draht nicht mit einem Ruck, sondern langsam mit Feingefühl begradigt wird. Man merkt dann an einer Stelle, dass er sich gedehnt hat – das genügt schon - würde man weiter ziehen, würde er abreißen.
Anschließend wird an einem der Enden ein kleine Schlaufe mit einer Rundzange geboden. Durch diese Schlaufe wird später ein Bein eines Bauteils geführt. Beim Verlegen einer Leiterbahn beginnt man am besten mit einer geraden Stelle, z.B. am Punkt „A“ im Layout. Man setzt den Draht am ersten Punkt hinter einer Durchführung eines Bauteilebeins an und setzt dort einen Lötpunkt.
Beim Setzen des Lötpunktes ist es wichtig, dass kurzzeitig sehr viel Hitze und etwas Lötzinn an die zu lötende Stelle kommt. Nicht umgekehrt! Wenn zu wenig Hitze vorhanden ist, kommt es zu einer kalten Lötstelle. Kurzzeitig bedeutet ca. 1 – 2 Sekunden. Eine kalte Lötstelle sieht immer stumpf aus, wenn dann noch zu viel Lötzinn verwendet wurde, entsteht ein Lötklumpen. In solch einem Fall wird das Zinn mit einer Entlötpumpe oder -litze entfernt und erneut gelötet.
Der Draht wird dann gerade weiter geführt und an jedem zweiten oder dritten Lötauge fixiert. So erreicht man, dass er sich nicht frei bewegen kann und unkontrolliert einen Kurzschluss verursacht. Dann kommt ein erster Knickpunkt, mit einem kleinen Schraubendreher wird der Draht um 90° gebogen. Wichtig ist, dass an jeder Ecke ein Lötpunkt gesetzt wird, damit sich der Draht nicht verschieben kann. Ist man am Ende der Leiterbahn angelangt, so wird dort ein kleiner Haken gebogen, wo wiederum später das Bauteilbeinchen durchgeführt wird. Die Bilder unten verdeutlichen noch einmal die einzelnen Arbeitsschritte:


Drahtschlaufe

Leiterbahn "A" vom Layout

Leiterbahn "A" fertig

Weitere Leiterbahnen

Kritische Punkte („B“ und „C“)
Die im Layout gekennzeichneten Punkte benötigen besondere Maßnahmen: Beim Punkt „B“ muss der Draht vorgebogen werden, bevor er angelötet wird. Beim Punkt „C“ wird erst nach Anlöten der Bauteile von der Oberseite ein kleine Drahtbrücke gelegt.


Punkt „B“ deutlich zu sehen

In diesem Sinne wird die ganze Leiterplatte von der Leiterbahnseite gelötet. Man sollte sich dafür Zeit nehmen, denn je sorgfältiger man arbeitet, um so zuverlässiger wird die Schaltung auch über längere Zeit funktionieren. Kalte Lötstellen, die man am stumpfen Erscheinungsbild erkennt, sollten mit einer Lötpumpe oder Endlötlitze entfernt und erneuert werden. Man sollte auch vermeiden, Draht durch Lötzinn zu ersetzten, z.B. am Punkt „C“; dies führt immer wieder zu Kontaktschwierigkeiten. An den Stellen wie bei „C“ immer eine kleine Drahtbrücke mit kleinen Schlaufen verlöten. Wenn man sich das untere Bild anschaut, macht dies sicherlich einen sehr guten Eindruck nicht nur auf das Fachpublikum!



Diagonale Verbindungen
Sollte es einmal nicht möglich sein, so wie hier darsgestellt, im 90° Winkel die Leiterbahnen zu verlegen, dann kann man dies auch diagonal durchführen. Allerdings ist der Platzbedarf für diagonal verlegte Leiterbahnen größer, in diesem Bereich kann praktisch kein Bauteil platziert werden. Außerdem ist zu beachten, daß die Leiterbahnen äußerst sorgfältig verlegt und gelötet werden müssen, um keine Kurzschlüsse zu verursachen. Am besten lötet man dann nur jeden zweiten oder dritten Lötpunkt, wie unten auf dem Bildzu sehen ist:



Bestückung der Leiterplatte
Wenn alle Leiterbahnen ordentlich gelötet wurden, kann man mit dem Bestücken der Lochrasterplatine beginnen. Man fängt zuerst mit den flachen Bauteilen wie Brücken, liegenden Widerständen und IC-Fassungen an. Die Brücken werden aus 0,5mm Cu-Draht gefertigt, da sie eine höhere Stabilität besitzen. Das Umbiegen der Brücken und Widerstandsbeine sollte nicht mit einer Zange, sondern einem Biegewerkzeug / -lehre erfolgen. Dies gewährt eine saubere und korrekte Biegung:


Umgebogene Drahtbrücke und Widerstand
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